Bislang ist es bei professionellen Betrieben üblich, manuell Proben zu ziehen, wenn das Erntegut am Silo angeliefert wird. Als Grundlage für die Abrechnung wird anschließend die Trockenmasse des Ernteguts im Trockenofen bestimmt. Bei sehr großen Biogasanlagen finden auch weitergehende Analysen, was Stärke, Rohfaser und Gasbildungspotential anbelangt, statt, die allerdings extern in Auftrag gegeben werden müssen.
Probenziehung, Trocknung und Inhaltsstoffanalysen sind arbeitsaufwändig, die Ergebnisse stehen erst mit erheblicher Zeitverzögerung zur Verfügung und sie sind teuer. Außerdem bedingt der gesamte Prozess etliche Fehlerquellen und Manipulationsmöglichkeiten.
Laut Claas setzt sich daher die Onlinemessung auf dem Feldhäcksler mehr und mehr gegen die manuellen Probennahmeverfahren durch. Die von Claas hierfür eingesetzte NIR Sensorik ermöglicht nicht nur die Bestimmung der Trockenmasse, sondern auch die Analyse wichtiger Inhaltsstoffe zeitaktuell auf dem Feldhäcksler. Der NIR Sensor besteht aus einem Sensorkopf und einem hochwertigen Spektrometer. Der Sensorkopf ist direkt auf dem Auswurfkrümmer montiert und erfasst fortlaufend die Inhaltstoffe des Ernteguts. Die Auswertung und Digitalisierung der Daten erfolgt im Spektrometer, das geschützt in der Häckslerkabine untergebracht ist. Mit dieser Sensorik können alle relevanten und wertbestimmenden Inhaltsstoffe direkt auf dem Feldhäcksler ermittelt und anschließend zur Weiterverarbeitung genutzt werden.
Das kann für die Praxis bedeuten, dass mit der Claas NIR Sensorik umfassende Grundlagen für die Abrechnung von Silagequalitäten geschaffen werden; die Trockenmasse des Ernteguts ist nur einer von mehreren relevanten Abrechnungsfaktoren. Erst die Zusammensetzung der Trockenmasse gibt Aufschluss über die Nutzbarkeit des Substrates im Biogasprozess.
Zusätzlich kann die Claas NIR Sensorik den Prozess der Silageernte optimieren, da sich die Schnitthöhe nunmehr in Abhängigkeit vom jeweils aktuellen Rohfaser- und/oder Rohaschegehalt regeln lässt. So kann der Häckslerfahrer die Schnitthöhe je nach aktuellem Rohfasergehalt variieren und an das vorgegebene Optimum heranführen. Er kann auch Siliermittel je nach Erntesituation applizieren, da sich mit Hilfe der Informationen über den Rohaschegehalt, die Trockenmasse oder den Rohproteingehalt (Gras) Silierhilfsmittel gezielter einsetzen lassen, um einen optimalen Siliererfolg sicherzustellen.
Der Sensor und und die Auswerteeinheit können auch vom Häcksler abgebaut werden, um sie als stationäres Messgerät zu nutzen. Kalibrierungen für Frischmaterial (Gras und Mais: Inhaltsstoffe und Trockenmasse) und siliertes Material (Gras und Mais: Inhaltsstoffe und Trockenmasse) stehen zur Verfügung. Für Lohnunternehmer aber auch eigenmechanisierte Betriebe eröffnet sich so die Möglichkeit, den Sensor auch außerhalb der Erntezeiten zu nutzen, um Futterproben kontinuierlich und schnell zu vermessen.