Konzertmeister – wer und warum

Hallo zusammen, mein Name ist Klaus Esterer. Im wirklichen Leben bin ich freier Fachjournalist für Agrartechnik und Herausgeber des Online News-Boards landtechnikmagazin.de. Mit meiner Firma Esterer-Media biete ich darüber hinaus alle möglichen Dienstleistungen rund um Online-, Offline-, digitale und analoge Medien an.

Geboren wurde und aufgewachsen bin ich in München. Nach einem kurzen Intermezzo in Österreich hat es mich 2006 nach Übersee am Chiemsee verschlagen, wo ich seither mit meiner Frau Magdalena und unserer Katze Anastasia lebe und arbeite.

Musik beschäftigt mich schon seit meiner Kindheit/Jugend. Allerdings nur passiv, weil es zu mehr als Blockflöte (mussten wir in der Schule lernen) und Maultrommel (fand ich irgendwie kultig) bislang mangels Engagement und Begabung nicht gereicht hat. Umso mehr beschäftigten mich schon immer das Musikhören und die dazu notwendigen Wiedergabegeräte.

Ich muss wohl so um die 14 Jahre alt gewesen sein, als die ausrangierte Familien-Stereo-Musiktruhe aus den späten 1960ern/frühen 1970ern dran glauben musste und kurzerhand zerlegt und zersägt wurde. Aus dem Holz und den Chassis der Musiktruhe entstanden, damals natürlich ohne Sinn und Verstand, meine ersten selbstgebauten Lautsprecher – mit edlem Eiche-Funier zum Aufbügeln. Zum damaligen Zeitpunkt begann ich auch alles an Literatur zu verschlingen, das zum Thema HiFi und Lautsprecher aufzutreiben war. Im Laufe der Jahre entstanden dann mehrere Lautsprecher im Selbstbau, überwiegend aus Bausätzen bekannter Anbieter.

Gewissermaßen die Initialzündung zum heutigen Konzertmeister-Projekt kam dann 2008. Zum Zeitvertreib und weil im Keller jede Menge alter Holzplatten sowie zwei betagte RFT 20-cm-Breitband-Chassis (mit Bakelit-Körben!) rumlagen, besorgte ich mir im Internet den Bauplan eines Horngehäuses und zimmerte zwei mächtige Boxen. Von einem ausgewogenen Frequenzgang konnte natürlich keine Rede sein. Doch was ich mit diesen Lautsprechern an Räumlichkeit und Natürlichkeit erlebte, war für mich ausschlaggebend, zukünftig nur noch mit Breitband-Systemen Musik hören zu wollen.

Weil die RFT-Boxen einfach zu groß für meinen eher kleinen Hörraum waren, folgten dann 2010 die ersten selbst konstruierten Breitband-Lautsprecher, ein Horn-Reflex-System mit vergleichsweise zierlichen Mark Audio CHP-70 Breitband-Chassis. Die zeigten klanglich zwar eindeutig die Vorzüge eines Breitband-Lautsprechers, allerdings reagierte das Horn-Reflex-System recht empfindlich auf die Aufstellungssituation. War im einen Hörraum respektive an einer Position fast kein Bass vorhanden, wirkte er in einer anderen Aufstellung viel zu fett und aufgebläht. Kurzum: So richtig zufrieden war ich nicht mit meiner Konstruktion.

Die Idee, mit einem möglichst kleinen Breitband-Chassis einen Vollbereichs-Lautsprecher zu konstruieren, ließ mich aber dennoch nicht los. Nachdem ich Bassreflex definitiv nicht mehr wollte (wer einmal etwas anderes gehört hat, kann das nicht mehr wollen), die Erfahrungen mit Horn- beziehungsweise Hornreflex eher zwiespältig waren und ein kleiner Breitbänder im geschlossenen Gehäuse nicht ohne Bassunterstützung auskommt (Subwoofer oder F.A.S.T-System), fiel die Wahl diesmal auf das Transmissionline-Prinzip.

2012 war dann die Geburtsstunde der ersten Breitband-Transmissionline-Lautsprecher aus Beton. Auf das Beton-Gehäuse bin ich dabei eher über Umwege gekommen: Der Mann an der Säge im Baumarkt hatte beim Zuschnitt für die Horn-Reflex-Lautsprecher bei einigen Gehäuseteilern zielsicher um 2 mm daneben gelegen. Gemerkt habe ich das erst als ein guter Teil schon verleimt war, so dass sich die MDF-Platten nur mit viel Schleiferei zu einem Gehäuse fügen wollten. Nachdem ich dieses Risiko bei der Transmissionline reduzieren wollte, überlegte ich zunächst, die Transmissionline aus Rohren zu fertigen, diese in ein Holz-Gehäuse einzubauen und den Zwischenraum mit Sand zu füllen. Klingt umständlich? In der Tat. Das ist mir dann auch aufgefallen und die Rohrkonstruktion wurde dann kurzerhand komplett in Beton gegossen.

Bereits der erste Prototyp der Konzertmeister Modell 1 – die damals natürlich noch nicht so hießen – überzeugte mich auf ganzer Linie. Zu den mir bereits bekannten Breitband-Eigenschaften Räumlichkeit und Natürlichkeit – von denen insbesondere die Bühnenabbildung und Solostimmen, die quasi im Hörraum persönlich anwesend zu sein scheinen, profitieren –, gesellte sich diesmal ein profunder, dynamischer Bassbereich mit einer Klarheit und Feinzeichnung, wie ich es bis dato noch nie erlebt hatte. Das Durchhören nahezu meiner kompletten Musiksammlung war mit diesen Lautsprechern ein Erlebnis der besonderen Art, konnte ich doch vielfach feststellen, dass der (Kontra-)Bass tatsächlich eine eigenständige Melodie spielt, die mir gerade bei Bassreflex-Boxen bislang verborgen geblieben war.

In den darauffolgenden Jahren folgte dann die Feinoptimierung mit zahlreichen Messungen und Hörproben, bis ich 2015 die komplette Transmissionline nochmals überarbeitete und um einen internen Resonator ergänzte, um die Welligkeiten im Grundtonbereich zu beseitigen. Parallel dazu begannen die Arbeiten an der Desktop-Version Modell 2, die Anfang 2016 abgeschlossen werden konnten. Die positive Resonanz auf die Konzertmeister aus der Familie sowie dem Freundes- und Bekanntenkreis führte schließlich dazu, dass man die Beton-Gehäuse heute kaufen kann.

Bleibt noch die Frage nach dem Namen „Konzertmeister“. Der orientiert sich schlicht an den wohlklingenden Namen, die die Marketing-Leute in der Röhren-Radio-Ära ihren Geräten verpasst hatten und der Tatsache, dass die Konzertmeister als Breitband-Transmissionline-System eine unvergleichliche Live-Atmosphäre schaffen.

Wie es weitergeht? Nun, das wird – wie so oft im Leben – die Zukunft zeigen und natürlich davon abhängen, wieviel Zeit ich für das Konzertmeister-Projekt abzweigen kann. Vorstellen kann ich mir einiges, wie beispielsweise ein Sat-/Sub-System mit geschlossenen Mini-Sateliten und Transmissionline-Subwoofer oder aktiv mittels DSP gefilterte Versionen der Konzertmeister Modell 1 und Modell 2. Wir werden sehen...


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